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Schwedische Personennummer

von bejan84
Die schwedische Personennummer

Wenn du nach Schweden kommst, wirst du sie früher oder später beantragen müssen: Die schwedische Personennummer. Ehrlich gesagt, eher früher als später. Die ID ist Dreh- und Angelpunkt im schwedischen Alltag und ein Muss für alle, die nach Schweden ziehen wollen.

Wozu benötige ich eine schwedische Personennummer?

Die Personennummer (schwedisch: personnummer, sprich: „perschunnummer“) wird in nahezu allen Situationen benötigt. Bei wichtigen, mehr oder weniger einmaligen Situationen wie:

  • Kontoeröffnungen
  • Wohnungsmiete oder -kauf
  • Handyvertrag
  • Internetanschluss
  • Kfz-Anmeldung
  • usw.

Aber auch in alltäglichen Situationen wie

  • Mitgliedschaften in einem Fitnessstudios, Verein o.ä.
  • Online-Bestellungen (z.B. bei IKEA)
  • Ausstellung von Kundenkarten
  • usw.

Selbst wenn du bei seiner Hausbank anrufst, um einen Termin zu vereinbaren, wirst du nicht nach Vor- und Zunamen gefragt, sondern nach deiner Personennummer.

Für Zuwanderer ist die schwedische Personennummer zudem Grundvoraussetzung, um eine ID-kort zu erhalten. Das ist eine Art Personalausweis, den Nicht-Schweden beispielsweise bei der Eröffnung eines Bankkontos vorzeigen müssen.

Ab wann benötige ich eine Personennummer?

Wer seinen Wohnsitz für mindestens ein Jahr in Schweden hat oder plant, für mindestens ein Jahr in Schweden zu wohnen, muss sich im Einwohnermelderegister (folkbokföring) aufnehmen lassen, um so seine Personennummer zu erhalten.

Wo kann ich meine Personennummer in Schweden beantragen?

Logo Skatteverket
Die schwedische Personennummer kann im Skatteverket beantragt werden

Das Einwohnermelderegister wird vom Skatteverket, dem schwedischen Finanzamt, geführt. Streng genommen, ist das Skatteverket Finanzamt, Steuerbehörde, Einwohnermeldeamt und Standesamt zugleich.

Um dich registrieren zu lassen und deine schwedische Personennummer zu erhalten, musst du im Skatteverket persönlich vorstellig werden. Du kannst die Personennummer nicht online beantragen.

Je nach persönlicher Lebenslage, sind verschiedene Dokumente nötig. In meinem Fall trafen folgende Eigenschaften zu:

  • EU-Bürger
  • Umzug nach Schweden ohne Familienangehörige
  • Arbeitsvertrag vorhanden

Das bedeutete, dass ich meinen Personalausweis, meine letzten Gehaltszettel und meinen Arbeitsvertrag vorzeigen musste. Da ich nach wie vor bei einer deutschen Firma angestellt bin, waren alle Dokumente auf Deutsch, was aber kein Problem darstellte. Das Skatteverket hat eigene Übersetzer, die die Dokumente entsprechend prüfen.

Welche Dokumente in deinem Fall nötig sind, kannst du der offiziellen Webseite des Skatteverket entnehmen.

Vor Ort musste ich in einem Formular noch ein paar persönliche Angaben machen. Anhand dessen und meiner eingereichten Dokumente prüfen die schwedischen Behörden, ob ich zu einer Personennummer berechtigt bin.

Wartezeit für schwedische Personennummer

In der Regel dauert die Prüfung zwei bis drei Monate. Und ich musste tatsächlich drei Monate auf meine Personennummer warten. Das lag wohl vor allem daran, dass ich im Mai meine Personennummer beantragt hatte und der Juni und Juli in Schweden eine Art kollektive Urlaubszeit ist, bei denen gerade die Ämter nur dünn besetzt sind.

Als das Schreiben mit meiner schwedischen Personennummer dann endlich ankam, war ich überglücklich, dass alles geklappt hat und ich nun meine ID-kort beantragen konnte.

Aufbau der schwedischen Personennummer

Schema einer schwedischen Personennummer
Aufbau einer schwedischen Personennummer

Die Personnummer in Schweden besteht aus zehn Ziffern. Die ersten sechs repräsentieren das Geburtsdatum. Wer beispielsweise am 25.12.1977 geboren wurde, erhält eine Personennummer, die wie folgt beginnt: 771225. Die restlichen vier Ziffern folgen nach einem Bindestrich. Die ersten drei davon sind eine laufende Nummer, die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer. So könnte unsere fiktive Personennummer hier wie folgt lauten: 771225-1234.

Die schwedische Personennummer und der Datenschutz

Die Personennummer gibt jedoch nicht nur Auskunft über das Geburtsdatum. Ist die laufende Nummer ungerade, gehört die Personennummer einem Mann, ist sie gerade, gehört sie einer Frau.

Bei Personen, die ihre Nummer vor 1990 erhalten haben, verrät die laufende Nummer, in welcher Provinz (schwedisch: län) sie geboren wurden oder ob sie zugewandert sind. Das sorgte für heftige Kritik und zu dem Vorwurf, dass dieses System anfällig für Diskriminierungen sei. Daher werden die laufenden Nummern seit 1990 per Zufallsprinzip vergeben.

Funny Side Note

Hin und wieder sieht man 12-stellige Personennummern, also zum Beispiel 19771225-1234. Das hat mit der Jahrtausendwende zu tun. Man möchte Personen, die etwa 1920 und 2020 geboren wurden, unterscheiden können.

Ansonsten kann es zu lustigen Verwechslungen kommen. Etwa wie im Jahr 2007, als die 101-jährige Dagmar Lundgren eine Einladung für die Vorschule erhielt (siehe Artikel im Aftonbladet vom 02.02.2007).

Samordningsnummer oder Personennummer – was ist der Unterschied?

Vielleicht hast du ja auch von der „Samordningsnummer“ gehört. Sie wird an Personen vergeben, die keinen Wohnsitz in Schweden haben oder hatten und dennoch in Kontakt mit den schwedischen Behörden sind. Etwa weil sie sich in Schweden länger als sechs Monate, aber weniger als ein Jahr aufhalten.

Die Samordningsnummer wird von der jeweiligen Behörde ausgestellt, mit der man in Kontakt ist und kann nicht selbst beantragt werden. Die Behörden, die eine Samordningsnummer beantragen dürfen, sind das Finanzamt (Skatteverket), die Gerichte, die Polizei, die Krankenkasse, die Passbehörde und die Wehrdienstbehörde.